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Eine Serie dreier achromatischer Hellfeld-Objektive (Leitz 10/0,25, 45/0,65, Öl 100/1,30) wurde für Luminanzkontrast wie folgt umgerüstet: Die 45-fach und 100-fach vergrößernden Objektive wurden mit transparenten
planparallelen Platten versehen, welche in der hinteren Brennebene der Objektive eingelagert wurden. Im Mittelpunkt dieser Platten wurde jeweils ein kreisförmiger schwarzer Licht-Absorber mit matter und nicht
reflektierender Oberfläche platziert. Indem Absorber-Elemente mit unterschiedlichen Durchmessern vergleichend verwendet wurden, konnten für jedes Objektiv geeignete Absorber-Größen ermittelt werden. Abb. 9 zeigt den
Umbauprozess am Beispiel des 45-fachen Objektivs.
Abb. 9: Umbau des Trockenobjektivs 45/0.65 für Luminanzkontrast a: Trennung des linsentragenden Objektivkopfes vom Schaft b: Planparallele Platten mit Lichtabsorbern unterschiedlicher Größe
c: Objektivschaft mit eingelegter Absorberplatte
Das 10-fach vergrößernde Objektiv wurde mit einem andersartigen Absorber ausgestattet, der aus einer schwarzen runden
Platte mit drei Radialstegen bestand; dieses Absorber-Element war daher frei von jeglichen reflektierenden Anteilen (Konstruktionsplan in Abb. 10). Indem dieses Element leicht dezentriert im Objektiv montiert
wurde, konnte Luminanz-Interferenzkontrast erreicht werden, ohne dass Anteile der beleuchtenden Strahlen im Kondensor abgedeckt werden mussten.
Abb. 10: Lichtabsorber mit drei Radialstegen
Zusätzlich wurden zwei Spiegelobjektive vom Cassegrain-Schwarzschild-Typ getestet, welche einer Bauserie von Zeiss-Jena
entstammen. Zum einen handelte es sich um eine 125-fach vergrößernde katadioptische Wasserimmersion, welche für
übliche Deckglasstärken gerechnet war, zum anderen um ein 40-fach vergrößerndes katoptisches System, welches für
Untersuchungen ohne Deckglas konzipiert ist. Die technischen Daten dieser Spiegelobjektive finden sich in der zugehörigen
Tabelle (Erläuterung: katadioptisch = Spiegelkonstruktion mit zusätzlichen Linsen, katoptrisch = reine Spiegelkonstruktion ohne Linsen).
Abb.. 11: Zeiss Jena - Spiegelobjektive a: W 120/0.90 160/0.17 (Wasserimmersion) b-d: 40/0.65 160/0.65 (Trockenobjektiv)
Tabelle 1: Technische Daten der Zeiss Jena - Spiegelobjektive
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Konstruktionsmerkmal
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Wasserimmersion, katadioptrisch
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Trockenobjektiv, katoptrisch
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Vergrößerung
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125 x
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40 x
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Brennweite
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1,5 mm
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4,5 mm
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Maximale Apertur (Peripherspiegel)
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0,90
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0,65
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Minimale Apertur (Zentralspiegel)
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0,31
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0,31
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“missing disc”
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12 %
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22 %
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Arbeitsabstand
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0,45 mm
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2,5 mm
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Farbkorrektion
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UV-IR-apochromatisch
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UV-IR-apochromatisch
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Planität
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wie Planobjektive
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wie Planobjektive
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Linsenkitt
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nein
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nein
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Semitransparente Spiegel
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nein
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nein
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Gewinde
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RMS-Standard
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RMS-Standard
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Abgleichlänge
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wie übliche Linsenobjektive
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wie übliche Linsenobjektive
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Vorgesehene Tubuslänge
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160 mm
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160 mm
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Vorgesehene Deckglasdicke
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0,17 mm
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kein Deckglas
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Länge
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45 mm
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45 mm
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Durchmesser
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35 mm
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35 mm
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Gewicht
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240 g
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210 g
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Die jeweiligen Justierungen der objektivseitigen Lichtabsorber und ihrer korrespondierenden kondensorseitigen
Beleuchtungselemente wurden mittels eines Phasen-Teleskopes (Einstell-Fernrohres) kontrolliert und dokumentiert.
Grundlegende Einstellungen unter Verwendung der Linsenobjektive sind in Abb. 12 zusammengestellt, entsprechende Einstellungen für die Spiegelobjektive in Abb. 13.
Abb. 12: Typische Einstellungen und Justierungen für Luminanzkontrast mit modifizierten Linsenobjektiven, Kontrollen mittels Einstellfernrohr
a: Ojectiv 45/0.65, Hellfeld d: Objectiv 10/0.25, Hellfeld
b: Objectiv 45/0.65, Luminanz-Phasenkontrast e: Objectiv 10/0.25, Luminanz-Interferenzkontrast
c: Objectiv 45/0.65, Luminanz-Dunkelfeld f: Objectiv 10/0.25, Luminanz-Dunkelfeld
Abb. 13: Typische Einstellungen und Justierungen für Luminanzkontrast mit Spiegelobjektiven, Kontrollen mittels Einstellfernrohr
a: Hellfeld b: Luminanz-Dunkelfeld c: Luminanz-Phasenkontrast
d: Luminanz-Interferenzkontrast (dezentrierte Lochblende im Kondensor) e: Luminanz-Phasenkontrast im zweifarbigen Doppelkontrast f: Luminanz-Interferenzkontrast im zweifarbigen Doppelkontrast
Alle mikroskopischen Fotodokumentationen wurden in 50 Watt-Halogenlicht oder Blitzlicht aufgenommen; hierfür stand eine
Olympus Camedia C 7070-Digitalkamera zur Verfügung, welche an einem Leica Vario-Fotookular montiert war (Vergrößerungsbereich des Vario-Okulars: 5-fach bis 12,5-fach).
Copyright: Jörg Piper, Bad Bertrich, Germany, 2007
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